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Rosazea
Die Rosazea, auch Kupferfinne, Couperose oder Gesichtsröte genannt, ist eine häufige, harmlose, akneähnliche entzündliche Hauterkrankung des Gesichts. Sie tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig meistens in der zweiten Lebenshälfte auf, wobei der Verlauf bei Männern häufig etwas schwerer ist. Man geht in Deutschland von 2-4 Millionen Betroffenen aus.
Die Ursache der Rosazea ist nicht bekannt. Es besteht eine individuelle Veranlagung auf verschiedene Reize wie Emotionen, Stress, Hitze, Kälte, UV-Strahlung, Alkohol und Koffein unphysiologisch stark mit einer flush-artigen, plötzlichen Gesichtsrötung zu reagieren. Aus diesem ersten Stadium der Rosazea mit dem „easy blushing/flushing“ vor allem der Nasen- und Wangenregion kann sich eine permanente Gesichtsröte mit erweiterten Gefäßen = Stadium teleangiektaticum entwickeln. Die Poren der Gesichtshaut sind vergrößert. Aus diesem ersten Stadium, das unterschiedlich lange bestehen kann und häufig von den Betroffenen zunächst nicht bemerkt wird, entwickeln sich meist schubartig die weiteren zwei Stadien der Rosazea. In jedem Stadium kann die Rosazea stehen bleiben, dieses intensiv ausbilden oder vereinzelte Stadien überspringen. Im zweiten Stadium treten zusätzlich entzündliche rote Erhabenheiten (Papeln) oder Pusteln sowie teilweise eine feine Schuppung im Bereich der geröteten Gesichtshaut auf = Stadium papulosum bzw. papulopustulosum. Theoretisch kann die gesamte Gesichtshaut betroffen sein. Im dritten Stadium entwickeln sich große entzündliche Knoten, eine diffuse Verdickung der Haut sowie eine Vergrößerung und Vergröberung der Talgdrüsen. Diese Talgdrüsenveränderungen können sehr ausgeprägt an der Nase, dem Kinn oder am Ohr auftreten und dort zur Ausbildung eines Rhinophyms (Knollennase) bzw. Gnato- oder Otophyms führen. Diese Sonderform der Rosazea, die entweder isoliert oder im Rahmen des Vollbildes der Rosazea auftreten kann, betrifft vor allem Männer und spricht auf die herkömmlichen Therapien der Rosazea nur schwer an. Die wirksamsten therapeutischen Maßnahmen in diesem Falle sind die innerliche Gabe von Isotretinoin und die operative Abtragung der Gewebsvermehrung. Stadienunabhängig und auch ohne begleitende Hautveränderungen kann es bei der Rosazea zu einer Augenbeteiligung mit Entzündungen der Augenlider (Blepharitis), Bindehaut (Konjunktivitis), Hornhaut (Keratitis) und Irishaut (Iridocyclitis) kommen. Weitere Sonderformen sind die Rosazea conglobata mit einschmelzenden, z.T. blutigen Knoten und die Rosazea fulminans mit perakutem und schwerem Verlauf bei meist frühem Auftreten einer Rosazea bei jüngeren Frauen.
Eine Spontanheilung tritt bei der Rosazea meist nicht ein; jedoch kann es vorübergehend zu einer Verbesserung des Hautbildes kommen. Voraussetzung hierfür ist die Meidung der auslösenden Faktoren wie übermäßigen Alkoholkonsum (insbesondere Rotwein), Kaffee, zu heiße und scharfe Speisen und Getränke, Stress und die ungeschützte Exposition gegenüber UV-Strahlen und Kälte. Sehr gute Therapieerfolge kann man, je nach Stadium, mit äußerlichen und innerlichen Breitbandantibiotika erzielen. Bei der äußerlichen Behandlung sollten hautreizende, fettige und kortikosteroid-haltige Präparate (Kortisonpräparate) gemieden werden. Sehr bewährt haben sich Erythromycin (2-4%) oder Metronidazol (1-2%) in einer möglichst duft- und konservierungsstofffreien Creme- oder Gelgrundlage. Erweiterte Blutgefäße können auch durch eine entsprechende Laserbehandlung verbessert werden. Auch sollte bei der Auswahl von Lichtschutzpräparaten auf eine möglichst wenig rückfettende Grundlage (Creme, Lotion oder Gel) sowie auf einen sehr hohen Lichtschutz (LSF 30-50) geachtet werden. Bei leichteren Formen der Rosazea kommt es durch konsequentes Einhalten der beschriebenen Präventions- und äußerlichen Maßnahmen meist zu einer deutlichen Besserung des Hautbildes mit Abblassen der Gesichtsrötung. Auch kann das Fortschreiten in weitere Stadien hierdurch aufgehalten werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können sehr gute Behandlungserfolge zusätzlich mit innerlichen Antibiotika erzielt werden. Bei sehr schwerem Verlauf und der Rosazea fulminans kommen kurzfristige innerliche Kortikosteroide und danach Isotretinoin zum Einsatz.
Dermakosmetische Basispflege:
Da bei der Rosazea meist eine Mischhaut bzw. fettige Haut vorliegt, sollten fettarme Grundlagen wie wasserhaltige Emulsionen mit einem hohen Wasser- und einem geringen Fettanteil (O/W-Cremes) bei der Basispflege bevorzugt werden. Auch können Gele oder Lösungen eingesetzt werden. Die Verwendung eines milden Reinigungsproduktes und eines milden Klärungstonics können helfen, die Fettproduktion zu regulieren. Weiterhin sollten möglichst reizarme, Duftstoff- und Paraben-freie Grundlagen verwendet werden. Wir empfehlen als dermakosmetische Pflege bei Rosazea die Serie ProBalance von DADO SENS. In der akuten Phase kann die Kombination aus milder Gesichtsreinigung und der Akut-Creme eine Verbesserung der Beschwerden unterstützen. Als langfristige Pflege empfiehlt sich auch die ProBalance beruhigende Gesichtscreme; bei stark fettender Haut die Kombination aus PurDerm Klärungstonic und Intensivgel.
Quellen:
Braun-Falco, Plewig, Wolff, Burgdorf, Landthaler: Dermatologie und Venerologie, 5. Auflage, 2005, Springer Medizin Verlag Heidelberg
Fritsch: Dermatologie und Venerologie, Lehrbuch und Atlas, 1998, Springer-Verlag Berlin Heidelberg
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