Meine Dermakosmetik auf Naturbasis

Schuppenflechte (Psoriasis)

Die Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche, chronisch-rezidivierende (wiederkehrende) Erkrankung der Haut und Gelenke. Sie ist eine Immunkrankheit mit genetischer Veranlagung. Heute wird die Psoriasis als T-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankung mit bislang unbekanntem auslösenden Antigen (ein Antigen löst eine Immunreaktion aus) verstanden. Sie beginnt häufig im frühen Erwachsenenalter und begleitet die Betroffenen nach dem erstmaligen Auftreten meist ein Leben lang. Die Psoriasis ist eine multifaktorielle Erkrankung undgehört zu den häufigsten Hauterkrankungen (ca. 2% der Bevölkerung westlicher Industrienationen). Sie zeigt unterschiedliche Verlaufsformen und eine breite Vielfalt der klinischen Erscheinungsformen. Je nach Manifestationsalter (Alter des erstmaligen Auftretens) und klinischem Verlauf lassen sich zwei Typen der Psoriasis unterscheiden: die Typ-I Psoriasis zeigt ihren Altersgipfel bereits in der zweiten Lebensdekade (20-30J), ein familiär gehäuftes Auftreten und meist einen schwereren, häufig wiederkehrenden und exanthematischen (am ganzen Köper auftretenden) Verlauf. Die Typ-II Psoriasis manifestiert sich in höherem Lebensalter (Altersgipfel 5.-6. Lebensdekade), es sind meist keine weiteren Familienmitglieder betroffen und der Verlauf ist eher stabil. Dafür ist die Typ-II Psoriasis häufiger mit einem Nagel- und Gelenksbefall assoziiert. Psoriasisschübe werden von Triggerfaktoren (Faktoren, die einen Ausbruch begünstigen) beeinflusst, zu denen vor allem Infekte, Stress und verschiedene Medikamente zählen. Insbesondere der Einsatz von ß-Blockern, Antimalariamitteln und Lithium sollte bei Betroffenen sehr kritisch und vorsichtig geschehen. Auch sollte man beachten, dass bestimmte Medikamente nach einer Einnahmedauer von über einem Jahr als Triggerfaktoren einer Psoriasis in Frage kommen. Weiterhin gibt es eine Reihe von Triggerfaktoren, die über eine Hautreizung mechanischer oder entzündlicher Art Psoriasisplaques hervorrufen können (Köbner-Phänomen=isomorpher Reizeffekt). Hierzu zählen z.B. Hautverletzungen, Akupunktur, Tätowierungen, Sonnenbrand u.a. Das klinische Bild der Psoriasis kann in vier Gruppen unterteilt werden, wobei es uneinheitliche Klassifikationen und fließende Übergänge gibt: 1. Psoriasis vulgaris, 2. Psoriasis capitis, 3. Nagelpsoriasis, 4. Pustulöse Psoriasisformen. Die Psoriasis vulgaris zeigt wiederum vier Untergruppen: 1a. Plaque- Typ Psoriasis, 1b. Psoriasis guttata, 1c. Psoriasis inversa , 1d. Erythrodermie. Die häufigste Form ist die Psoriasis vom Plaque-Typ mit klassischem Befall der Ellenbogen, Knie, und Steißregion. Auch versteckte Areale wie der behaarte Kopf, Gehörgänge, Bauchnabel und die Pofalte sowie Handflächen und Fußsohlen können – manchmal sogar ausschließlich - befallen sein, was oft übersehen wird. Die tropfen- oder punktförmige, am ganzen Körper (exanthematisch) auftretende Psoriasis guttata wird häufig durch Streptokokkeninfekte ausgelöst. Bei der Psoriasis inversa sind lediglich Hautfalten, wie z.B. die Pofalte, betroffen. Die schwerste Form ist die Psoriasiserythrodermie, die mit einem Befall des gesamten Hautorgans und einem starken Krankheitsgefühl der Betroffenen einhergeht. Quelle: Psoriasis – auf einen Blick, E. Christophers, U. Mrowietz, W. Sterry (Hrsg.), Blackwell Wissenschafts-Verlag Berlin Wien, 2002.

Moderne Behandlungsansätze

Die moderne Behandlung der Schuppenflechte sollte stets stadiengerecht erfolgen und von einem Hautarzt betreut werden. Sie beruht auf 1. der begleitenden Basistherapie aus Hautpflegeprodukten und Ölbädern, 2. der topischen (äußeren) Therapie für leichtere Formen, 3. der Lichttherapie für mittelschwere bis schwere Formen und 4. der systemischen (innerlichen) Therapie – Spritzen zählen auch hierzuebenfalls für mittelschwere bis schwere und schwere Formen der Psoriasis. Der Schweregrad richtet sich nach der Ausdehnung der Hautveränderungen (Flächenbefall in Prozent), dem Aktivitätsgrad, dem Ausmaß an Schuppung, Rötung und der Dicke der Plaques (Infiltration), sowie dem Leidensdruck des Betroffenen. Die begleitende Basistherapie sollte bei jedem Betroffenen unabhängig vom Schweregrad und auch in erscheinungsfreien Intervallen zur Vermeidung von Hauttrockenheit durchgeführt werden. Trockene Haut führt zu Juckreiz und kann ein Trigger neuer Psoriasisherde sein. Die topische Therapie beruht auf abschuppenden salizylsäure- oder harnstoffhaltigen Präparaten, Kortikosteroiden, Vitamin D3- und Vit D3Analoga-haltigen sowie Cignolinpräparaten und dem Vitamin A-Säure Derivat Tazaroten. Teerpräparate sind zwar wirksam, werden aber heute aufgrund ihrer Kanzerogenität (krebserregende Wirkung) und des unangenehmen Geruchs kaum mehr eingesetzt. Im Gesicht und bei sehr flachen Plaques können die Calcineurinantagonisten (=Immunsuppressiva aus der Gruppe der Macrolactame) wie Pimecrolimus und Tacrolimus eingesetzt werden Bei sehr leichten Formen oder auch bei Kindern kann eine Behandlung auf Naturheilbasis mit Mahonia aquifolium (Rubisan Salbe) ausreichend sein. Die Auswahl der richtigen Grundlage ist weiterhin entscheidend für den Therapieerfolg des topischen Präparates. So eigenen sich Salben z.B. nicht für den behaarten Kopf und Hautfalten. Führt eine topische Therapie alleine nicht zum erwünschten Erfolg, kann sie mit einer Lichttherapie kombiniert werden. Voraussetzung für die Durchführung einer Lichttherapie ist 1. der Ausschluß aller Kontraindikationen, 2. die Aufklärung der Betroffen über Risiken und Nebenwirkungen, 3. schriftliche Einverständniserklärung und 4. ein gut abgeschuppter Hautzustand. Je nach klinischem Erscheinungsbild können folgende Therapieoptionen eingesetzt werden: UVB-311nm, Bade-PUVA (Ganzkörper, Teilkörper), Creme-PUVA, orale PUVA, Balneophototherapie (Sole oder Salzwasser plus UVB-311nm), Lichtkamm. Zur Behandlung der Schuppenflechte ist die Breitband UVB-Therapie heute weitgehend durch die nebenwirkungsärmere Schmalband 311nm-UVB Therapie und die nebenwirkungsreiche orale PUVA durch die Ganzkörper Bade-PUVA ersetzt worden. Heilt die Psoriasis auch unter einer Lichttherapie nicht zufriedenstellend ab, ist diese nicht verfügbar oder kann sie aufgrund von Kontraindikationen nicht durchgeführt werden, kommen folgende klassische systemische Therapiealternativen in Frage: Acitretin (Vitamin A-Säure Derivat, gut mit PUVA kombinierbar), Methotrexat (wirksam auch bei zusätzlichem Gelenkbefall), Ciclosporin A und Fumarsäureester. Bei sehr starkem Befall, sehr hohem Leidensdruck und Unwirksamkeit der bisher besprochenen Therapiealternativen kommen die neuen Biologics (z.B. Etanercept, Infliximab, Adalimumab, Alefacept, Efalizumab) in Frage. Diese zeigen zum Teil eine sehr gute Wirksamkeit auf die Haut und Gelenke, sind jedoch noch nicht alle zur Behandlung der Psoriasis der Haut in Deutschland zugelassen und gehen mit hohen Behandlungskosten einher.

Dermakosmetische Basispflege

Eine konsequente Basispflege aus rückfettenden Pflegeprodukten (ein bis zweimal täglich) und Ölbädern (zweimal wöchentlich) ist der Grundbaustein einer erfolgreichen Psoriasistherapie. Zugleich stellt sie die Prophylaxe neuer Hautveränderungen bei jeder an Schuppenflechte erkrankten Person dar. Hierdurch wird Hauttrockenheit und Juckreiz, die als Psoriasistrigger bekannt sind, vermieden. Geeignet sind insbesondere harnstoffhaltige Cremes, Cremesalben und Lipolotionen bzw. Balsame, die gut einziehen und die Feuchtigkeit in der Haut binden. Präparate sollten möglichst frei oder arm an Duft- und Konservierungsstoffen sein. Weiterhin sind rückfettende Ölbäder empfehlenswert. Bei Psoriasis-Befall der Kopfhaut können u.a. sehr milde Shampoos mit Salz vom Toten Meer eingesetzt werden, die die Kopfhaut beruhigen und die Regeneration unterstützen.

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