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Acne vulgaris
Acne vulgaris ist eine androgenabhängige (Androgene = männliche Hormone), entzündliche, in der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter auftretende Hautveränderung, die meist selbstlimitiert verläuft. Sie zeigt typischerweise Mitesser (Komedonen), die sich entzünden und schließlich zu Papeln und Papulopusteln (den typischen „Pickeln“) führen können. Je nach dem Entwicklungsstadium und den vorherrschenden Hautveränderungen unterscheidet man die Acne comedonica, Acne papulopustulosa und im Extremfall die Acne nodulocystica oder Acne vulgaris conglobata. Letztere geht mit schmerzhaften Knoten, Abszessen und Fisteln einher und betrifft neben dem Gesicht meist auch die anderen seborrhoischen Areale wie Brust und Rücken. Zunehmend beobachtet man heute akneähnliche Hautveränderungen bei Erwachsensen über 30 Jahre. Sie werden meist als „Spätakne“ bezeichnet. Faktoren wie Stress, psychische und körperliche Belastungen, falsche Hautpflege und hormonelle Schwankungen werden hierfür als Ursache diskutiert. Häufig ist die Spätakne jedoch nicht von einer rein fettenden, sondern eher von einer Mischhaut, die auch trockene Hautpartien aufweist, begleitet.
Moderne Behandlungsansätze
Die Behandlung der Akne vulgaris sollte von einem Hautarzt betreut werden. Moderne Behandlungsansätze erfolgen stadiengerecht und sollten nach den vorherrschenden Hautveränderungen ausgerichtet sein. Bei Acne comedonica empfiehlt sich die Anwendung von topischem (äußerlichem) Adapalen, Isotretinoin oder Tretinoin zunächst einmal, bei guter Verträglichkeit nach ca. zwei Wochen zweimal täglich. Bei Acne papulopustulosa ist es ratsam, topische Retinoide mit Benzoylperoxid oder einem Antibiotikum abzuwechseln. Hierbei sollte man mit einem Präparat beginnen und bei guter Verträglichkeit nach ca. zwei Wochen ein zweites hinzunehmen (z.B. topisches Antibiotikum morgens, topisches Retinoid abends, Reinigung mit einem benzoylperoxidhaltigen Waschgel, um Resistenzen gegenüber dem Antibiotikum zu vermeiden). Bei leichten Formen bietet Azelainsäure eine mögliche Alternative. Stehen stärker entzündliche Hautveränderungen im Vordergrund, ist eine systemische (innerliche) Therapie mit einem Antibiotikum für zwei bis vier Wochen angezeigt. In diesem Falle müssen die topischen Antibiotika abgesetzt werden; die Kombination mit einem topischen Benzoylperoxid ist empfehlenswert. Bei Patientinnen im gebärfähigen Alter sollten zusätzlich orale Kontrazeptiva („Pille“) eingesetzt werden. Bei Acne conglobata ist systemisches Isotretinoin, bei Frauen nur in Kombination mit einem antiandrogen wirksamen oralen Kontrazeptivum, häufig erforderlich. Bei sehr schweren Entzündungen können zusätzlich systemische Glukokortikoide vor oder mit dem Isotretinoin überlappend eingesetzt werden. Abszedierende ( = abszessbildende) Knoten können weiterhin erfolgreich mit eingespritzten Glukokortikoiden behandelt werden (Augennähe vermeiden!).
Dermakosmetische Basispflege
Bei zu Akne neigender Haut kommt der hauttypgerechten Basispflege eine besondere Bedeutung zu. Ungeeignete Pflegeprodukte können die Akne deutlich verschlechtern. Die Basispflege besteht aus einer adäquaten Reinigung und Pflege. In der Regel reicht es aus, die Haut morgens und abends zu reinigen. Hierfür eignen sich ph-neutrale oder leicht saure Syndets oder entfettende Reinigungsprodukte mit antimikrobiellem Zusatz. Diese sollten nach der Reinigung gründlich mit Wasser abgespült werden. Wasser alleine ist zur Reinigung ungeeignet, da die fettigen Talgsekrete hiermit nicht ausreichend entfernt werden können. Überschüssiger Talg kann nach der Reinigung zusätzlich mit einem Gesichtswasser (Klärungstonic) entfernt werden. Bei fettiger, zu Akne neigender Haut eignen sich alkoholhaltige Lösungen mit entzündungshemmenden und schuppenlösenden Inhaltsstoffen. Hierdurch wirkt das Gesichtswasser desinfizierend, durchblutungsfördernd und hauterfrischend. Die anschließenden Pflegepräparate sollen die Haut nach der Reinigung beruhigen, kühlen und Spannungsgefühle beseitigen. Zugleich sollen sie den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöhen und die Hautbarrierefunktion der Hornschicht erhalten. Besonders geeignet sind fettarme Grundlagen wie wasserhaltige Emulsionen mit einem hohen Wasser- und einem geringen Fettanteil (O/W-Cremes) und Gele. Bei der (? s.o.) Spätakne, die häufig von einer Mischhaut begleitet ist und daher neben den fettigen auch trockene Hautareale aufweist, sollte dagegen auf ausreichend pflegende Inhaltsstoffe geachtet und eher eine Creme als ein Gel verwendet werden.
Pflegeprodukte für die unreine (Akne-)Haut sollten neben antibakteriellen auch keratolytische Eigenschaften besitzen - also in der Lage sein, die Verhornungen und Verstopfungen der Talgdrüsen zu lösen. Dies kann z.B. über Fruchtsäuren erreicht werden. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass die Präparate trotzdem sehr mild und verträglich sind, da ansonsten Folgeschädigungen der Haut auftreten können. Entscheidend hierfür ist der pH-Wert der Produkte. Ist dieser zu niedrig, also zu sauer eingestellt, ist bei langfristiger Anwendung mit starken Hautreizungen zu rechnen. Auch Salbeiextrakt kann den Talgabfluss begünstigen. Sinnvoll sind weiterhin Inhaltsstoffe wie Bisabolol und Allantoin, die entzündungshemmende und regenerierende Eigenschaften besitzen. Regelmäßiges Peeling kann ebenfalls zu einer Verbesserung des Hautzustandes beitragen. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, kein sogenanntes „Rubbelpeeling“ durchzuführen. Das Rubbeln reizt unnötig die Haut und führt zu einer „Verschmierung“ der Bakterien aus entzündeten Bereichen über die gesamte Haut. Auch die neuerdings angebotenen „Dermabrasio-Sets“ für zu Hause sind häufig zu aggressiv für die empfindliche Akne-Haut. Empfehlenswert ist ein mildes Fruchtsäure-Peeling im nicht zu sauren pH-Bereich, dass gezielt auf den betroffenen Hautbereichen angewendet wird.
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